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Geschichte

Die Johannisloge in Hagen besteht seit dem Jahre 1858. Gegründet wurde sie von Persönlichkeiten der der Stadt unter Mithilfe von Logenbrüdern aus Iserlohn und Schwelm. Der erste Vorsitzende Logenmeister, Adolf Reincke, war Gründer und Chefarzt des Allgemeinen Krankenhauses.

Ihre Konstitution erhielt die Loge durch die Großloge Berlin am 14.09.1858. Inspiriert durch die gerade stattgefundene Verlobung der englischen Prinzessin Victoria mit Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, dem späteren Kaiser Friedrich III., gab man der Loge den Namen „Victoria zur Morgenröthe“.

Zunächst trafen sich die Logenbrüder in einem Gasthof, aber bereits 1872 konnte in der Elberfelder Straße ein Wohnhaus mit Grundstück erworben werden, dass sich aber schon zum 25-jährigen Stiftungsfest als zu klein erwies. Weitere Umbauten in den folgenden Jahren waren durch die schnell steigende Mitgliederzahl ebenfalls ungenügend. 1898 entschloss man sich, das alte Logenhaus abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, der außer den Logenräumen auch einen großen Festsaal, Gesellschaftsräume, Kegelbahn, Weinkeller etc. enthalten sollte.

Ein Jahr später konnte das schöne, zentral gelegene Haus eingeweiht werden. Das Haus war Treffpunkt ernster Arbeit und kultureller Veranstaltungen. Hier konnte man am 19.01.1908 das 50-jährige Stiftungsfest begehen. Der erste Weltkrieg jedoch forderte seine Opfer in der Bruderschaft und unterbrach die bis dahin stetige Aufwärtsentwicklung. Nach Kriegsende, in den Jahren 1919-23 setzte der bisher stärkste Mitgliederzuwachs ein. . Es schien, als wenn die durch Krieg und Inflation enttäuschten Männer sich nach Freundschaft, Brüderlichkeit und Menschlichkeit sehnten, einem Kreis angehören wollten, der sich diesen Idealen verschrieben hatte.

Die völkische Bewegung nach dem verlorenen 1. Weltkrieg bildete Basis für Angriffe auf die Freimaurerei. Hier sind, neben Anderen, der General Erich Ludendorff und seine Frau Mathilde zu nennen. Die gegen die Freimaurerei betriebene Hetze zeigt etwa ab 1926 eine gewisse Wirkung. So prägten beim 75. Stiftungsfest im Jahre 1933 schon gewisse dunkele Zukunftsahnungen die Reden und Ansprachen. Am 4. Juli 1934 wurde das Hagener Logenhaus von der SS besetzt und ausgeplündert. Durch diesen Überfall ist u. a. das Archiv mit allen historisch relevanten Unterlagen abhanden gekommen. 1935 erfolgte die generelle Auflösung aller deutschen Logen. Entschädigungslos übernahm die Stadt Hagen das Logenhaus und benutzte es als Dienststelle der Luftschutzbehörde, bis es am 15.03.1945 bei einem Luftangriff total zerstört wurde.

Während der Verbotszeit hatte eine kleine Schar den Zusammenhalt aufrechterhalten. Nach Beendigung des unseligen Krieges versuchte man die verstreuten Mitglieder wieder zu sammeln. Aber erst nachdem die englische Militärregierung Anfang 1947 die Genehmigung zur Widererrichtung der Loge gegeben hatte, war ein Neubeginn möglich. Improvisierte Zusammenkünfte wie im Bunkerhotel in der Bergstraße und im Kölner Hof gegenüber dem Bahnhof ließen bald den Wunsch nach einem eigenen Logenhaus aufkommen. Nach jahrelangen Verhandlungen führten die Wiedergutmachungsverhandlungen zu einem Vergleich. So konnte an der Ecke Bergstraße/Konkordiastraße durch die Opferbereitschaft der Mitglieder ein Neubau entstehen, der anlässlich der 100-Jahrfeier im Januar 1958 eingeweiht wurde.

Die Geschichte der Loge ist ein Spiegelbild unserer Stadt. Hervorragende Persönlichkeiten aus dem Wirtschafts- und Kulturleben, deren Namen weit über die Grenzen Hagens einen guten Ruf haben, waren und sind Mitglieder unseres Bundes. Dennoch gilt hier der Titel des Einzelnen nichts. Denn in den Logen gibt es nur Brüder unter Brüdern, die sich hier in Toleranz und Menschlichkeit üben, um diese Ideen an Ihr Umfeld weiter zu geben.